Bergseen Tirol 2020
Die Corona Pandemie hat zum Anfang des Jahres den Tauchsport fast völlig zum Stillstand gebracht. Betroffen hiervon war auch die jährliche Tauchausfahrt vom Tauchclub Heilbronn an den Attersee.
Kurzfristig wurden unsere Zimmer storniert und wir mussten neu planen. Vom 02. bis 05. August 2020 konnte dann unter der Leitung von Tauchlehrer und Umweltreferent Norbert Vogt an 4 Bergseen in der Region Tirol getaucht werden.
Unser erstes Ziel war der Urisee. Der See liegt in einem Wald, eingebettet von den naheliegenden Bergen. Eine massive Ausspülung des Untergrunds brachte den Waldboden zum Einbruch. Die zurückgebliebenen Baum- und Wurzelformationen wurden schnell mit Grund- und Quellwasser bedeckt. Ein holpriger steil abfallender mit Baumwurzeln durchzogener Weg führte uns vom nahegelegenen Parkplatz an die Einstiegsstelle am See. Die Attraktion im See ist der „Michl“, eine geschnitzte Holzfigur die auf 8 Meter aus dem Wasser emporragt. Im hinteren Teil des Sees konnten wir die Überreste der alten Badeanstalt mit den versunkenen Holztreppen und die Steilwand die bis auf 38 Meter abfällt erkunden.
Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns am nächsten Tag auf an den Plansee. Bei einer Sichtweite von bis zu 25 Meter im kristallklaren Wasser konnten wir uns an dem im See versunkenen Holzkarren und Holzschlitten zwischen den zahlreichen Baumstämmen erfreuen. Besonders neugierig waren die Flussbarsche die uns in großen Schwärmen im Flachwasser begleiteten.
Der nächste Tag führte uns an den mit Quellwasser gespeisten Lechausee. Die einzigste Parkmöglichkeit liegt ca. 500 Meter vom See entfernt. Der Parkplatz direkt am See wurde als Reaktion auf die starke Müllbelastung von der Gemeinde mit einer Schranke gesperrt. Die Tauchausrüstung haben wir mühselig an den atemberaubenden 6 Meter tiefen See geschleppt. Dafür wurden wir reichlich belohnt mit einer Unterwasserlandschaft mit einer einzigartig ausgeprägten Atmosphäre. Im See liegen prächtige Wurzelstöcke, versunkene Bäume und ausgiebiges Astwerk im Uferbereich in dem sich Schwärme von Elritzen tummeln.
Zum Abschluss besuchten wir den Blindsee. Das ist ein klarer Natursee den man über einen langen, schmal geschlungenen Waldweg erreicht. Bekannt ist dieser Tauchplatz durch die kreuz und quer, teilweise übereinander gestapelt im Wasser liegenden Baumstämme, die nach heftigem Schneefall an der Nordseite in den See rutschten. Der Einstieg am Bootshaus führte uns über das flach abfallende kiesige Ufer an einer Leine hinunter zu den Übungsplattformen. Aufgrund stark anhaltender Regenfälle hatte sich der See blitzschnell in eine Schlammgrube verwandelt. Die katastrophalen Sichtverhältnisse sorgten dafür, dass wir die im Wasser gespannte Leine nicht verlassen durften.
Das Tauchen in den Bergseen ist ein Erlebnis der besonderen Art. Wir kommen wieder.
Hier gibts ein paar Bilder von der Ausfahrt: